Geschichte der Eichenfuhr
Ein Brauch , der Generationen verbindet
Die Eichenfuhr ist ein tief in der Kallnacher Dorfgeschichte verankerter Brauch mit vermutlich vorchristlichen Wurzeln. Ursprünglich Teil der sogenannten Trämelfuhren – bei denen zur Fasnachtszeit geschmückte Bäume durchs Dorf gezogen wurden – verlagerte sich der Kallnacher Brauch in den Frühling bzw. Sommer und entwickelte sich über Jahrhunderte weiter.
Seit dem 19. Jahrhundert ist die Eichenfuhr in Kallnach belegt – erstmals 1889. Der Name des Festes leitet sich von der Eiche ab, die als prächtig geschmückter Hauptdarsteller auf einem Wagen durchs Dorf gezogen wird. Organisiert wird das Spektakel traditionell von der Jungmannschaft – den ledigen Dorfbewohnerinnen und -bewohnern.
Maskenfiguren wie der „Schnäggähüseler“, der „Mieschma“ oder der „Plätzlima“ bringen Leben in die Gassen, während Musik, Mottowagen und bunt geschmückte Pferdefuhrwerke für echte Feststimmung sorgen. Höhepunkt ist die humorvolle Versteigerung der Eiche durch den „Eichenpfarrer“ – ein Ritual, das den Abschluss der Feierlichkeiten markiert.
die Eichenfuhr im laufe der Jahre

Die erste dokumentierte Eichenfuhre in Kallnach fand im Jahr 1889 statt und wurde von den Junggesellen des Dorfes organisiert. Bereits 1898 und 1907 folgten zwei weitere Ausgaben, damals noch ohne festen Rhythmus. Im Jahr 1926 kam es zu einer bedeutenden Neuerung: Zum ersten Mal beteiligten sich auch Frauen aktiv an der Organisation. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Tradition 1946 wiederaufgenommen, als Zeichen der Gemeinschaft und Erneuerung. Ab 1966 etablierte sich der heutige Rhythmus von etwa 20 Jahren: Die Eichenfuhren von 1986 und 2006 wurden jeweils von der jüngsten unverheirateten Generation organisiert und feierlich durchgeführt. Wir freuen uns auf die Ausgabe 2026.
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